Auf zur Hölle - Die Coves de Arta gehören zu den bekanntesten Höhlen auf Mallorca

Die Coves de Arta befinden sich in der Gemeinde Capdepera, ein wenig östlich von Canyamel. Hierbei handelt es sich um ein imposantes Tropfsteinhöhlensystem, was weit bis in den Untergrund verzweigt ist. Heute gehören sie zu den bekanntesten Höhlensystemen auf der Insel.

 

Coves de Arta

Der Zugang bietet sich unter anderem in der Nähe der Bucht von Canyamel. Ein wunderschöner Sandstrand zieht sich hier entlang der malerischen Natur. Ganz in der Nähe (ungefähr 12 Kilometer entfernt) befindet sich die Drachenhöhle und die Coves dels Hams. Direkt an der Südseite des Cap Vermell. Eine kleine Straße führt oberhalb des Ortes bis zu einem Parkplatz vor dem Höhleneingang. Bis zur Höhle sind es noch etwa 150 Meter. Der Zutritt erfolgt über einen eine Treppe, die bereits 1860 zu Ehren Königin Isabella II. erbaut wurde. Die Coves de Arta liegen etwa 50 Meter über dem Meeresspiegel und bieten Ihnen eine atemberaubende Sicht auf die Bucht von Canyamel.

Hier hausten Piraten

Die Höhlen wurden unter anderem durch Piraten bekannt, die früher in diesen Zuflucht fanden. Auch die letzten maurischen Soldaten fanden 1229 Zuflucht, bevor sie ganz vertrieben wurden. Doch zunächst hielten sie standhaft und wehrten sich tapfer. Selbst die Ausräucherungsversuche, die sie zur Aufgabe bewegen sollten, sind heute noch im Eingangsbereich gut erkennbar. Viele stellen sind stark geschwärzt und lassen so beinahe 800 Jahre zurückblicken. Piraten nutzten vorwiegend die Höhlen, um sich zu verstecken oder ihre Angriffe von hier aus zu planen. Einige Inschriften in den Höhlen stammten aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Im Jahre 1806 wurde die Höhle erstmals erforscht.

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Seit bereits 1869 liegt ein Gedenkbuch aus, in dem sich die Besucher der Höhle eintragen können. Im Laufe der Zeit haben sich viele bekannte Persönlichkeiten im Gedenkbuch vermerkt. Jules Verne, Victor Hugo, Alexandre Dumas, Antonio Maura sind nur einige Namen.

Lernen Sie die Höhlen kennen

Der Eintritt erfolgt über eine 50 Meter hohe Treppe, die Sie anmutig zum Eingang führt. Der Felsbogen über dem Eingang ist beinahe 100 Meter breit. Die Besichtigung ist im Rahmen einer Führung mehrmals am Tag möglich. Dabei kann die Führung in mehreren Sprachen erfolgen. Sie werden auf gesicherten Wegen in den Untergrund geführt. Dabei durchschreiten Sie langsam den Stollen und werden imposante Ausblicke genießen. Paare werden den Rundgang ganz besonders genießen. Viele Plätze sind unglaublich romantisch. Schon der Vorsaal ist eine Zierde. Er ist fast 75 Meter lang und bis zu 40 Meter breit, bei einer Höhe von fast 25 Metern.

Einer der Tropfsteine trägt den Namen „Pfeiler der Jungfrau (Virgen de Pilar) und fällt schon von Weitem ins Auge. Links davon gelangen Sie in den Saal der 1000 Säulen. Zahlreiche Stalagmiten und Stalaktiten haben sich im Laufe der Jahrhunderte zu durchgängigen Säulen entwickelt, die von der Decke bis tief in die Unterwelt, durch den Boden hindurch, reichen.

Auf zur Hölle

Wenn Sie langsam weitergehen, gelangen Sie in den Saal der Säulenkönigin. Ein unglaublich imposanter Saal, fast 22 Meter hoch. Die Königin thront in der Mitte und ist reich verziert. Ein beeindruckender Anblick. Zum Ende des Saales sind zwei Einzelstücke zu erblicken, die man auch als Zelt und Tabernakel bezeichnet. Ganz am Ende befindet sich ein kleines Loch, das malerisch umringt von Steinvorhängen ist und auch als der Thronhimmel bezeichnet wird.

 

Sobald Sie die nachfolgende Treppe begehen, die abwärts geht, gelangen Sie in die richtige Unterwelt. Sie durchschreiten den Vorsaal der Hölle. Hier hat vor Langem ein Erdbeben seine Spuren hinterlassen und viele der Säulen zerbrochen. Doch langsamen Schrittes gelangen Sie in die eigentliche Hölle. Ein Schauer wird Ihnen über den Rücken laufen. Die Säulen sind erheblich dicker und hängen hervor. Spitze Ablagerungen werden gerne als Höllenflament bezeichnet. Um einen Felsen in gelblicher Farbe befindet sich eine dünne, leicht gewundene Säule. Es ist die Säule, die den Sarg von Napoleon bezeichnet.


Damit jede Höhle in der vollen Pracht zur Geltung kommt, arbeitet man mit unterschiedlichen Lichtspielen, die von Gang zu Gang unterschiedlich sein können.

Das Paradies

Doch nach der Hölle bekommt bekanntlich das Paradies und das liegt zum Glück am Ende ihre Weges. Somit bleibt der Aufenthalt in der Hölle nur von kurzer Dauer. Der Paradies-Raum ist zugleich auch der größte Raum und fast 54 Meter hoch. Dabei soll der Raum sogar ein höheres Volumen haben als die Kathedrale von Palma.

Eine Gruppe von Säulen bildet im Saal der Flaggen eine Art Orgel. Schlägt man vorsichtig die Säulen mit einem Stein an, erklingen himmlische Töne. Von hier aus gelangen Sie in den oberen Bereich des Paradieses, von wo Sie direkt wieder in den Vorsaal beim Eingang gelangen. Hin zum Ausgang haben Sie freien Blick auf das unendliche Meer. Diesen Anblick sollten Sie einfach genießen. Er ist wirklich himmlisch.